Zebrastreifen – der beste Insektenschutz

Zebrastreifen schützen effektiv vor lästigen Insekten (Foto: mandy/pixabay.com)
Zebrastreifen schützen effektiv vor lästigen Insekten
(Foto: mandy/pixabay.com)

Seit Jahren rätseln Wissenschaftler in aller Welt, warum das Zebra gestreift ist. Nun fanden sie endlich die Lösung: Das schicke schwarz-weiße Muster dient als Insektenschutz.

Experiment bestätigt Vermutung

Vermutet wurde schon lange, dass das gestreifte Fell der Zebras zur Abwehr lästiger und blutsaugender Insekten dient. Nun wurde diese Vermutung durch entsprechende Experimente bestätigt. Durch die Streifen können die Insekten den Körper der Zebras nicht gut erkennen und das macht eine Landung auf den Tieren schwierig. Die Theorie wurde schon seit 1979 diskutiert, konnte aber bis heute nicht bewiesen werden.

Wissenschaftler aus Ungarn und Schweden erforschten jetzt mit verschiedenen Experimenten, wie Insekten auf diverse Streifenmuster reagieren. Auf einer ungarischen Pferdefarm platzierten sie graue, schwarze, weiße und gestreifte Plastikpferde. Die Streifen der Modelle waren zusätzlich unterschiedlich in Breite und Anordnung. Um ausfindig zu machen, welches Muster die meisten blutsaugenden Bremsen anlockt, konstruierten die Wissenschaftler Fallen für die Stechfliegen.

Spezielles Fellmuster schützt vor Stechfliegen

Dafür füllten sie einige der wannenartigen Pferdemodelle mit Salatöl, in welchem die Bremsen landeten. Die Modelltiere mit den Zebrastreifen bestrichen sie darüber hinaus mit einem speziellen Kleber. Überraschenderweise landeten auf den gestreiften Plastikzebras die wenigsten Blutsauger. Und je schmaler die Streifen auf den Versuchsmodellen waren, desto weniger Insekten fielen auf die Klebstofffalle herein. Die Streifen, die einem Zebrafell am ähnlichsten waren, lockten die wenigstens Insekten an. Die Forscher folgern aus diesem Experiment, dass Zebras ein Fellmuster mit so schmalen Streifen entwickelt haben, damit es für Bremsen möglichst unattraktiv wirkt.

Gerade Bremsen sind überaus lästig. Ihre Stiche sind schmerzhaft und sie übertragen oft auch Krankheiten. Zuchtvieh fühlt sich häufig so stark beim Fressen auf der Weide gestört, dass die Tiere abmagern und Kühe weniger Milch produzieren. Dies kann für Landwirte sogar wirtschaftlich Probleme aufwerfen. Schon in früheren Experimenten konnte gezeigt werden, dass Tsetsefliegen, Überträger der Schlafkrankheit und der bei Tieren auftretenden Nagana-Seuche, gestreifte Zebra-Attrappen eher meiden. Wahrscheinlich können die Fliegen wegen der Anatomie ihrer Facettenaugen die Zebras aus der Entfernung nicht mehr als einzelne Körper identifizieren. Die Ergebnisse der aktuellen Studie sind im »Journal of Experimental Biology« nachzulesen.

Bionik führt zu verbesserten Produkten

Solche biologischen Lösungen können zu bionisch inspirierten Produkten führen. Die Bionik beschäftigt sich mit der »Entschlüsselung von Erfindungen der belebten Natur und ihre innovative Umsetzung in die Technik«. Ein bekanntes Beispiel ist die selbstreinigende Wirkung nach dem Vorbild der Lotuspflanze: der sogenannte »Lotus-Effekt®«. Diese aus der Natur abgeschaute Wirkungsweise wird inzwischen für die verschiedensten Produkte eingesetzt, beispielsweise Dachziegel oder Fassadenfarben.

Dass Zebrastreifen ein optimaler Schutz gegen lästige Insekten sind, hat sich nun ein Produzent von Insektenschutzgittern zunutze gemacht. Er startete im April 2011 einen Onlineshop für Insektenschutzsysteme unter dem Namen »ZEBRA insect screens«. Die Systeme sind in verschiedenen Ausführungen und Farben erhältlich und halten die Räume in der warmen Jahreszeit von lästigen Insekten fern. Die Firma spendet darüber hinaus aus allen Verkäufen jeweils einen Euro zur Malariabekämpfung.

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