Übergewicht positiv bei Lungenanfall und septischem Schock

Übergewicht bringt vor allem allerlei Gesundheitsrisiken mit sich, aber neue Forschungen zeigen, dass ein paar Kilos extra bei einem Lungenanfall oder septischen Schock gerade einen positiven Einfluss haben können.

Das beweisen zwei verschiedene Studien, die beim Fachkongress CHEST 2012, der jährlichen Zusammenkunft der »American College of Chest Physicians« vorgestellt wurden. Die Forscher verglichen die Ergebnisse von adipösen (BMI über 30) und nicht adipösen Patienten bei einem septischen Schock und bei einem akuten Lungen- oder Asthma-Anfall. Ein Lungenanfall oder Exazerbation bezeichnet eine akute Verschlechterung bei COPD- und Asthma-Patienten.

Sterberisiko bei Normalgewichtigen höher

Aus den Forschungsergebnissen wurde deutlich, dass adipöse Asthmatiker zwar schneller einen Lungenanfall bekommen, aber das Risiko für schwere Lungenanfälle mit tödlichem Ausgang ist bei normalgewichtigen Asthmatikern höher.

Ungefähr dieselben Ergebnisse fanden die Wissenschaftler auch im Falle eines septischen Schocks: Patienten mit starkem Übergewicht hatten eine höhere Überlebens-Chance. Die Mediziner schreiben dieses sogenannte »Obesitas-Paradox« teilweise einer verminderten Immunreaktion durch bestimmte Botenstoffe – Zytokine – zu.

Quelle:

Petch Wacharasint, MD; John Boyd, MD; James Russell, MD; Keith Walley, MD: Obese Patients Have Decreased Mortality and Express a Lower Inflammatory Cytokine Profile During Septic Shock, CHEST.2012;142(4_MeetingAbstracts):411A-411A. doi:10.1378/chest.1389940

Foto: Dieter Schütz / pixelio.de

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